Review: Haarwäsche mit Natron – Abseits der Drogerieregale #1

Ihr kennt mich: Ich bin ein Beautyopfer. Bunt, gute Werbung, vielleicht ein Einhorn irgendwo aufgedruckt? Zack, gekauft! Naturkosmetik? Mäh, langweilig. Eine meiner besten Freundinnen, Ute, schaut dagegen auf die inneren Werte von Beautyprodukten und testet gerne Pflege, die gut für Haut, Haar und Umwelt ist. Warum also ihre natürlichen Alternativen nicht mal vorstellen? Eben! Ich präsentiere also: ‚Abseits der Drogerieregale‘ mit ihrer Review über die Haarwäsche mit Natron.

So, Lieselotte hat heute mal Sendepause. Das Urheberrecht auf Text und Fotos gehören meiner Freundin Ute. Sie hat mir erlaubt, ihren Beitrag und die Fotos zu nutzen.

Wer steckt hinter ‚Natürlich Ute‘?

Bevor wir mit meinem Gastbeitrag starten, erzähle ich kurz etwas von mir und dem ganzen Drumherum. Ich bin Ute, 28 Jahre alt, und wohne mit Mann, Kind (im Folgenden Rübezahl und Rübe genannt) und zwei Nagern in der Nähe von Karlsruhe. Lieselotte und ich haben uns auf dem Gymnasium kennengelernt und so manche Freistunde zusammen verbracht, während alle anderen Englischunterricht hatten.

Manche kennen mich vielleicht auch schon durch meine Kommentare, die nur so von fachlichem Wissen zum Thema Kosmetik strotzen. Nein, Spaß, ich habe überhaupt keine Ahnung von dem Ganzen, als gute Freundin liked, teilt und kommentiert man aber eben alles. Vielleicht schaffen wir es dann mit vereinten Kräften, diesen Blog so bekannt zu machen, dass Lieselotte auch mal ihren eigenen Duschschaum rausbringen kann (obwohl ein eigenes Trockenshampoo auch toll wäre, oder? ;D) Jetzt stellt sich natürlich die Frage, warum ich überhaupt etwas hier schreibe. Lieselotte und ich stehen in regem WhatsApp-Kontakt und diskutieren auch über mögliche neue Themen. Da ich die App von codecheck habe, werde ich regelmäßig mit mehr oder weniger skurrilen Vorschlägen zum Thema Umweltschutz, DIY-Kosmetik, etc. versorgt. Diese Vorschläge im Bereich Kosmetik leite ich ihr, wenn sie für mich interessant klingen, weiter und erhalte in 100% der Fälle ein „Das ist ja abartig! Das kannst du machen, ich aber nicht!“ Und nun sind wir hier ;)

Wieso eine Gastbeitragsreihe?

Haare-waschen-Haarwäsche-alternativ-ökologisch-umweltfreundlich-fair-öko-natürlich-natron-essig-lieselotteloves-natur-review-meinung-bewertung (4).JPGSelbst bin ich auf diese Themen gekommen, als meine Haare immer länger wurden (nass etwa hüftlang, trocken nur die Hälfte, Menschen mit Locken können mich verstehen) und es mich tierisch genervt hat, dass die Haarspülungen nach kurzer Zeit immer leer waren. Auf meiner Suche bin ich auf ein Forum für lange Haare gestoßen, in dem auch alles Mögliche abseits der normalen Drogerieartikel getestet wurde. Ich, tief in Inneren ein kleiner Öko, fand das natürlich interessant, wie ich meine Haare pflegen kann ohne viel Müll zu produzieren, aber gleichzeitig wenig Aufwand habe und gute Ergebnisse erziele. Ich möchte jedoch, das möchte ich ausdrücklich betonen, niemanden missionieren oder als schlechten Menschen darstellen, wenn jemand solche Sachen zu doof, eklig, zeitaufwendig oder so findet. Viele der Dinge habe ich auch erst ausprobiert, nachdem Lieselotte den Vorschlag mit den Gastbeiträgen gemacht hat. Viele Sachen haben bei mir auch nicht richtig geklappt, beziehungsweise sind für mich persönlich nichts. So, und jetzt geht’s los mit dem ersten Teil…

Was genau ist Natron und wie wird es eingesetzt?

haare-waschen-haarwasche-alternativ-okologisch-umweltfreundlich-fair-oko-naturlich-natron-essig-lieselotteloves-natur-review-meinung-bewertung-3Eine der minimalistischsten Möglichkeiten sich die Haare zu waschen, ist mit Natron. Tante Wiki sagt über Natron Folgendes: „Natriumhydrogencarbonat (Trivialname: Natron) hat die Summenformel NaHCO3, ist ein Natriumsalz der Kohlensäure und zählt zu den Hydrogencarbonaten. Die Verbindung sollte nicht mit Natriumcarbonat (Soda, Summenformel Na2CO3) verwechselt werden. […] Im Handel wird die Verbindung auch unter den Bezeichnungen Speisesoda, Backsoda, Speisenatron sowie Markennamen angeboten.“ So Kinder, haben wir wieder was gelernt. Der Zusatz mit dem Natriumcarbonat ist wichtig, weil wenn man sich damit wäscht hat man keine Kopfhaut mehr. Schön sind übrigens auch die zahlreichen Verwendungsmöglichkeiten. Dank Natron werden Linsen schneller weich, man muss weniger bei Kohl pupsen, im Modellbau kann man damit Schnee darstellen und aus Kokain Crack herstellen. Herrlich, was habe ich früher bloß ohne Internet gemacht?!

Wie und wieso funktioniert die Haarwäsche mit Natron?

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Wasser und Essig

Natron wird nachgesagt, dass es eine milde Waschwirkung hat und Haare und Kopfhaut nicht zu sehr austrocknet (Menschen mit Wissen in Chemie bitte vortreten, ich habe überhaupt keine Ahnung, ob das stimmt). Dieses typische quietschsaubere Gefühl, das man nach der Benutzung von Shampoo hat, wird damit nicht erzielt. Dies soll aber positiv sein, da es bedeutet, dass noch genug Talg auf der Kopfhaut ist (womit wir wieder beim Austrocknen wären). Da das basische Natron die Schuppenschicht der Haare aufraut, sollte man nach der Verwendung eine saure Spülung (Wasser mit Essig oder Zitronensaft) benutzen, damit diese wieder anliegt.  Bei getönten oder gefärbten Haaren sollte man aufpassen, da Natron Farbe entziehen kann.

Wo kann man Natron kaufen?

Die meisten kennen vermutlich Kaiser Natron in den grünen Tütchen aus der Backabteilung im Supermarkt. Die auf den Bildern sind von Alnatura, da war ich zufällig und habe sie mitgenommen (ich bezweifle stark, dass das korrekt ökologisch vegane Natron anders ist als das aus dem Supermarkt…).

Meine Erfahrungen mit Natron:

Haare-waschen-Haarwäsche-alternativ-ökologisch-umweltfreundlich-fair-öko-natürlich-natron-essig-lieselotteloves-natur-review-meinung-bewertung (2).jpgMeine Haare sind unproblematisch (die typischen trockenen Spitzen, aber ansonsten in Ordnung), Probleme habe ich mit der Kopfhaut. Sie ist empfindlich und trocken. Durch die Trockenheit wird der Haaransatz zwar nie fettig im klassischen Sinne, aber irgendwann sind die Haare platt und die Kopfhaut fängt an zu jucken und zu schuppen.  Diese minder appetitlichen Details will eigentlich keiner hören, aber zum einen schreibt Lieselotte selbst über genügend Ekliges, z.B. über Toiletten (Aufgebraucht XXL Januar 2017) und Slipeinlagen (Aufgebraucht September 2016), und zum anderen möchte ich damit die Ausgangslage darstellen. Leute, die fettigere oder trocknere Haare haben, werden vermutlich die Dosierung anpassen müssen.

Dosierung, Anwendung und Wirkung:

Im Internet finden sich die unterschiedlichsten Mischverhältnisse. Ich bin von einem Esslöffel Natron auf 500ml warmen Wasser ausgegangen und habe anschließend die Menge jeweils um einen Esslöffel erhöht.

  1. Versuch: Ein Esslöffel Natron – Das Natron löst sich komplett auf. Von Resten oder Brei, die man in anderen Beiträgen sehen kann, fehlt hier jede Spur. Das Wasser ist so klar wie vorher und ich komme mir ein wenig komisch vor, es mir über den (vorher nass gemachten) Kopf zu kippen. Anstandshalber massiere ich ein wenig die Kopfhaut und lasse alles kurz einwirken. Beim Auswaschen fühlt sich der Ansatz immer noch an wie vor dem Auftragen. Wie vorgewarnt, fehlt von dem quietschsauberen Gefühl, wie man es von Shampoo kennt, jede Spur. Artig befolge ich den Hinweis der sauren Spülung und kippe mir einen Liter Wasser gemischt mit zwei Esslöffeln Apfelessig über den Kopf. Nachdem die Haare trocken waren, war ich positiv überrascht. Um es mal auf einer Skala einzuordnen: Bei meinem Waschzyklus von etwa fünf Tagen würde ich das Ergebnis bei Tag drei einordnen. Also zwar nicht taufrisch, aber auf jeden Fall noch gesellschaftsfähig. Dies würde die Aussage bestätigen, dass Natron eher sanft reinigt. Nach ein bis zwei Tagen fing meine Kopfhaut jedoch an zu jucken. Ich weiß nicht, ob ich das Natron nicht vertrage oder ob es das normale Verhalten der Haut ist (seht ihr, die Info war doch wichtig!).

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  1. Versuch: 2 Esslöffel Natron – Diesmal hat sich das Natron nicht komplett aufgelöst, sondern ein kleiner Rest blieb übrig (nur leider ist das Foto davon flöten gegangen…). The same procedere as last time: Haar nass gemacht, die Mischung über den Kopf gekippt und einwirken gelassen. Danach auswaschen und die saure Spülung benutzen. Im nassen Zustand gab es, wie letztes Mal auch, keinen fühlbaren Effekt, im trockenen Zustand würde ich auf der Skala etwa Tag eins bis zwei angeben. Klingt doch toll, oder? Aber nun der Nachteil: Meine Kopfhaut kribbelt und sticht. Bäh! Das ist gar nicht schön, und dieses Mal kann ich es auch eindeutig dem Natron zuordnen. An der sauren Spülung kann es nicht liegen, das mache ich nach jeder Haarwäsche. Dieses Gefühl hat mich dann auch die restliche Zeit bis zum nächsten Waschen begleitet. Es war zwar nicht 24 Stunden vorhanden, kam aber regelmäßig wieder, ohne dass ich einen Auslöser bestimmen konnte.

Mein Fazit zur Haarwäsche mit Natron:

Aufgrund des Brennens und Kribbeln für mich leider keine Alternative zu Shampoo. Vielleicht haben Leute mit robusterer Kopfhaut oder fettigeren Haaren mehr Glück. Ich muss also weiter umweltfreundliche und hautschonende Shampooalternativen suchen!

So, bis zum Ende durchgelesen? Herzlichen Glückwunsch und Danke! Wäre das für euch eine Alternative oder habt ihr es schon mal ausprobiert? Oder womit wascht ihr euch so die Haare? Gar nicht wie einige Hardcore-Fans der Natürlichkeit, mit viel Chemie wie Lieselotte (und dann beschweren, dass Silikone und Co. drin sind…) oder irgendwie dazwischen?

Hier findet ihr Beiträge von Lieselotte zum Thema Shampoo:

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11 Kommentare zu „Review: Haarwäsche mit Natron – Abseits der Drogerieregale #1

  1. Das ist aber ein sehr interessanter Gastbeitrag. Natron habe ich persönlich noch nicht ausprobiert. Hört sich für mich auch nicht richtig an, da ich ebenfalls empfindliche Kopfhaut habe. Ich habe aber einige Shampooseifen neu zu Hause, die ich jetzt nach und nach Testen werde. Mal sehen, ob das was für mich ist, da es auch eine neue Variante der Haarwäschen – jedenfalls für mich – ist. Vielen Dank Ihr Beiden für den tollen und ausführlichen Beitrag…Liebe Grüße, britti

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    1. Guten Morgen britti,

      vielen Dank für deinen lieben Kommentar!

      Das ist lustig, Haarseifen teste ich auch gerade für einen weiteren Beitrag :-) Da bin ich sehr gespannt auf deine Erfahrungen.

      Liebe Grüße, Ute

      Gefällt 1 Person

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