Kolumne #16: Meine Wohnung und ich im Winter

Es gibt nichts Schöneres als ein gemütlich-warmes Heim im Winter. Herrlich! Der Kamin knistert, wahlweise blubbert die Heizung, man kuschelt sich gemütlich in eine Decke, und wenn es Zeit zum Schlafengehen ist, mummelt man sich in sein wohlig-warmes Bett. Tja. Klingt schön. Und ist unrealistisch. Zumindest in meiner Wohnung. Ich erzähl’ euch das heute mal genauer…

lieselotteloves-kolumne-meine-wohnung-und-ich-im-winter-blogging-blog-blogger-leben-kalt-life-meinung-opinion (2).jpgIm Sommer habe ich geschwitzt (Kolumne #4: Meine Wohnung und ich im Sommer) und gemeckert, nun friere ich. Und meckere. So hat ja auch jede Jahreszeit was für sich. Zum Meckern taugen sie alle gut. Ihr wisst bereits aus meiner Sommer-Kolumne, dass ich ganz oben unterm Dach wohne. Da krabbelt im Sommer schön die Hitze nach oben und setzt sich fest. Im Winter tut sie das nicht. Da wird die Heizung kaum warm. Hinzu kommt, dass ich so eine typische (?) Schlauchwohnung habe. Ich könnte aus meinem Flur einen Catwalk machen. Mache ich manchmal auch. Sieht ja keiner, dass ich es weder hinbekomme, beim Laufen die Füße exakt auf eine imaginäre Linie zu setzen, noch dass ich nicht auf High Heels laufen kann. Die Nachbarn unter mir könnten mich allerdings doch hören… Besagter Flur ist jedenfalls der größte Raum in meiner Wohnung, hat aber selbst keine Heizung. Wäre auch kein Platz da. Ist ja ein Schlauch. Also kann ich nur die einzelnen Zimmer heizen, nie alles. Und hüpfe dann schnell zwischen den Räumen hin und her, wie Rumpelstilzchen ums Lagerfeuer herum. Nur: Er (oder sie?) hat es warm dabei gehabt.

Beklagen ist ja immer so eine Sache… Meckern macht Spaß, es unterhält mich auch ganz gut, aber produktiv ist es nicht. Das mag ich nicht. Man soll ja doch versuchen, aus allem das Positive zu ziehen. Dann kann man zumindest drüber lachen. Hier kommen also fünf Tipps, wie ich es im Winter doch in meiner Wohnung aushalte – und nein, dabei lernt ihr nix, soll euch nur unterhalten ;)

#1: Das Michelin-Männchen? Pah! Mich müsstet ihr mal sehen!

lieselotteloves-kolumne-meine-wohnung-und-ich-im-winter-blogging-blog-blogger-leben-kalt-life-meinung-opinion (5).jpgAndere Leute laufen im Winter in ihren Wohnungen so rum wie im Sommer. In T-Shirts und Shorts. Wenn’s hart auf hart kommt, wird eine Joggingweste übergezogen. Ist ja schließlich die Heizung an! Ich dagegen könnte ohne Weiteres die nächsten Wahnsinnigen, die zum Südpol wollen, beraten. Ich kenne alle Tricks. Zwiebellook, Schals, verschiedene Materialien, Kopfbedeckung nicht vergessen, da verliert man viel Wärme, und die Füße immer gut einpacken – mehrere Lagen an Socken sind da ein guter Start. Und so wanke ich als wandelnde Kleidersammlung durch meine Wohnung. Ich seh‘ zwar nix, kann mich kaum bewegen, wenn’s wo juckt, bin ich absolut hilflos, und es dauert immer etwas, bis ich von der Toilette zurück bin, aber es ist warm.

#2: Bloß. Nicht. Hinsetzen.

Es gibt doch so Filme, da darf man nicht einschlafen, sonst stirbt man. Im Lieselotte-Survivalcamp aka ‚Meine Wohnung’ ist das ganz ähnlich: Wer sitzt, hat verloren. Nach einem langen Tag gemütlich auf die Couch? Mache ich auch, dann aber nur mit spezieller Vorbereitung (Tipp 5). Ansonsten gilt: Kurz sitzen, merken, dass es kalt wird, aufstehen, rumlaufen, Dehnübungen machen. Was aufräumen. Was woanders hinräumen, damit man es später wieder zurück an seinen Ursprungsort bringen kann. Das hält auch super fit! Nein, tut es nicht. Dieses ganze „Starten Sie Ihren Tag mit zehn Kniebeugen, so werden Sie auf Dauer auch ohne Sport fit“-Gedöhns ist gelogen! Das ist zwar eigentlich ein anderer Beitrag, passt aber trotzdem.

#3: Richtig schlafen.

lieselotteloves-kolumne-meine-wohnung-und-ich-im-winter-blogging-blog-blogger-leben-kalt-life-meinung-opinion (6).jpgNun ist es ja äuuuußerst gesund, in kühlen Schlafzimmern zu nächtigen. Wenn man aber daliegt und schlottert und die Füße vor Kälte abzufallen drohen, beeinträchtigt das einen erholsamen Schlaf zumindest minimal. Jetzt mal ganz krass gesprochen. Also treffe ich Vorbereitungen, und die meine ich absolut ernst, das mache ich wirklich so, es ist traurig: Ich finde Heizungsluft im Schlafzimmer furchtbar, die ist so trocken und staubig (sollte vielleicht mal wieder putzen), da kann ich nicht schlafen. Also drehe ich die Heizung so eine Stunde bevor ich schlafen gehe, voll auf (meine Heizung ist entweder an oder aus, also heiß oder kalt, dazwischen gibt’s eh nix), damit ich sie dann abdrehen kann, wenn ich schlafen gehe. Ist es draußen sehr kalt, ziehe ich eine Mütze zum Schlafen auf. Ja, eine Mütze. Und eine Kapuze. Und zwei Paar Socken. Zwei Decken habe ich sowieso, dazu oft noch eine dünnere Wolldecke. Ist dann ziemlich schwer so alles auf mir drauf. Will ich mich von einer Seite auf die andere drehen (ich bin Seitenschläfer – wolltet ihr unbedingt wissen, ich weiß), brauche ich einen Kran, um die Decken mit mir mitzudrehen. Das Dumme: Zerrt man an den vielen Decken, tut sich irgendwo immer ein Spalt auf, durch den es innerhalb von zwei Millisekunden so kalt reinzieht, dass man direkt droht zu erfrieren. Also bewege ich mich nachts lieber nicht. Hab‘ ich halt morgens einen steifen Nacken. Besser das als Erfrierungen. Ganz ehrlich jetzt.

#4 Richtig gemütlich machen.

lieselotteloves-kolumne-meine-wohnung-und-ich-im-winter-blogging-blog-blogger-leben-kalt-life-meinung-opinion (3).jpgIch sag’s gleich: Ist schwierig. Wenn das Wohnzimmer nur maximal 19 Grad hat, wird das Mummeln auf der Couch zur heiklen Angelegenheit. Oft schleppe ich meine zwei Decken und die Wolldecke aus dem Schlafzimmer rüber ins Wohnzimmer – dann kann ich mich zwar auf der Couch auch nicht mehr bewegen, aber es ist warm. Blöd ist natürlich, dass ich dann auch am Fernseher nicht den Kanal wechseln kann. Gut, gucke ich halt den ganzen Abend ProSieben. Fragt mich gerne was zu taff, Galileo und Co.; ich kenne mich da aus. Dumm ist natürlich auch, wenn man aufstehen will, um etwas Trink- oder Essbares zu holen. Meistens lasse ich das (wobei man sich dann wieder fragen kann, wieso ich kein Gramm abnehme); es ist mir viel zu anstrengend, mich aus den Decken zu schälen, um dann direkt wieder zu frieren. Bin ich kühn drauf und trage meine komplette Michelin-Ausrüstung, reicht auch mal eine minimal dünnere Decke auf dem Sofa. Die wickele ich um mich wie ein Kleid, wenn ich aufstehen möchte, die Hälfte der Decke schleift dann über den Boden (der, sind wir ehrlich, auch mal wieder gesaugt werden müsste), die Ärmchen frieren, aber alle lebenswichtigen Organe sind geschützt. Wer braucht schon Arme! Alternative zum Sofakuscheln: Direkt ins Bett gehen. Ich habe jetzt so ein neumodisches Tablet (Willkommen in der Gegenwart, Lieselotte), damit schaue ich dann im Bett Netflix. Jetzt müsste man nur noch richtig mit dem Gerät sprechen können, anstatt was tippen zu müssen, denn meine Finger frieren auch immer arg schnell, wenn ich sie ausstrecken muss, um meine Lieblingsserie zu finden. Der Slogan ‚Netflix and Chill‘ bekommt da doch gleich eine ganz neue Bedeutung, und hat plötzlich weder was mit ‚abhängen‘ noch mit einem Euphemismus für Sex zu tun, sondern heißt schlicht und ergreifend: „Willst du was bei Netflix schauen, musst du im Winter in Kauf nehmen, dass dir auf halbem Wege der Finger vor Kälte abfällt.“ ‚Netflix and Chill‘ ist allerdings etwas griffiger als mein Werbeslogan, ich gebe es zu.

#5 Kochen? Och, lass mal.

lieselotteloves-kolumne-meine-wohnung-und-ich-im-winter-blogging-blog-blogger-leben-kalt-life-meinung-opinion-4Meine Küche ist der kälteste Raum meiner Wohnung. Warum soll ich denn die Küche heizen? Sehe ich null ein. Da steht der Kühlschrank, der mag es kalt, und was nicht in den Kühlschrank passt, findet bequem auf der Arbeitsfläche Platz. Dort ist es ja nur minimal wärmer als im Kühlschrank, das geht schon, da wird nichts schlecht. Und welche Lebensmittel habe ich so in der Küche? Nur Dinge, die man direkt so verzehren kann. Nehmen, Teller dazu, Löffel oder Gabel, und raus aus der Küche. Kochen würde vielleicht die Küche erwärmen, soweit kommt es aber erst gar nicht. Zu kalt. Würde das Essen ja gar nicht erst warm werden, ha! Kalte Küche gibt es dann also bei mir – im wahrsten Sinne des Wortes.

Fun fact am Rande: Man sollte meinen, dass ich bei der Kälte in meiner Wohnung jährlich Millionen von Geld (ja, das ist eine Einheit) mit der Nebenkostenabrechnung zurückgezahlt bekomme. Dass ich nicht lache! Draufzahlen muss ich jedes Jahr dafür, dass ich in einem Iglu wohnen darf! Klar, Extremsportler und Abenteuerurlauber nehmen einiges auf sich, um in der Wildnis in vollkommener Dunkelheit der Natur so nah wie möglich zu sein. Und das zum Beispiel auch, indem sie in einem Iglu sitzen. Ist nur logisch, dass ich für diesen exotischen Luxus eine Menge blechen muss, finde ich. Sehr gerecht. Eine kuschlig-warme Wohnung zum Normalpreis kann ja jeder haben! Diese Angepassten, diese verweichlichten Städter!

Kann es sein, dass mein Gehirn durch die Kälte schon anfriert? Kann sein. Wirklich beeinträchtigen tut das meine Denkleistung aber nicht… Bekloppt bin ich so oder so.

Und ihr so? Weichei oder Extremsportler? Habt ihr es lieber kalt oder warm? Schlaft ihr bei fünf Grad oder bei 25? Und wer hat wirklich hilfreiche Tipps, wie man seine Wohnung warm bekommt ohne Millionär zu sein? Erzählt mir doch mal von euren Wohnsituationen – um sich aufzuwärmen, soll man sich doch ‚warme Gedanken‘ machen, vielleicht hilft das ja wirklich?!

Mehr von mir lesen? (ist nicht alles so bekloppt, nur manche Beiträge…):

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7 Kommentare zu „Kolumne #16: Meine Wohnung und ich im Winter

  1. Oh man, du Arme!!!
    Ich würde sterben… Gerade beim Schlafen stelle ich meine Heizung voll an, weil ich Nachts so schnell friere. Nix mit „in kühlen Räumen schlafen“ und so. Aber bei mir ist es auch immer schnell warm in der gesamten Wohnung, wenn ich die Heizungen andrehe, Gott-sei-Dank. Ich verwöhntes Großstadtkind. ;-)
    Cheers und einen guten Start in die neue Woche (warum ist es nur schon wieder Montag….),
    Svenja :)

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, du bist ein echter Frierhase, das stimmt :)
      Na, immerhin hast du dafür die passende Wohnung, mir wird ja generell nicht sooo schnell kalt und ich schlafe auch gern kühl.
      Dir auch eine gute Woche! Arghs, Montag ist IMMER zu früh!

      <3

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  2. Das ist echt nicht schön :-(

    Bei uns ist es im Winter auch immer echt kalt, dafür aber im Sommer recht angenehm, wenn man die typischen Tricks (morgens lüften, Rollläden runter) beachtet. Sonst hätte ich den Sommer als schwangerer gestrandeter Pottwal nicht überlebt O.o

    Das mit den Decken überall kenne ich aber nur zu gut. Man kann nie genug davon haben (sehr zum Leidwesen vom Mann, der selbst im tiefsten Winter mit einer normalen Bettdecke auskommt. Abnormal ist das ;-) )

    Liebe Grüße!

    Gefällt 1 Person

    1. Du merkst aber hoffentlich, dass ich übertreibe – weil, ist lustiger ;)
      Gestrandeter Pottwal, ich bitte dich! Toll sahst und siehst du aus!
      Ihr habt halt auch sehr viel Flurfläche, da verliert man immer einiges an Wärme…
      Und Decken sind doch so schön kuuuuuschlig, das ist doch fein :) Aber ihr habt ja jetzt eine kleine tragbare Heizung (Le Baby), das hält sicher auch warm :)

      <3

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